Jahrestagung 2014

Zeitschriftenverlage in Bayern: Erfolgreich auf allen Kanälen

Die Jahrestagung des Verbandes der Zeitschriftenverlage in Bayern (VZB) zeigte wieder einmal mehr, dass es den Verlagen gelungen ist, die Relevanz der Printtitel auch in der digitalen Medienwelt zu etablieren und daraus erfolgreiche Businessmodelle zu entwickeln.
Die Erste Vorsitzende des VZB, Waltraut von Mengden, gab den erfolgreichen Verlauf des vergangenen Geschäftsjahres und steigende Mitgliederzahlen bekannt.
Das Abendprogramm inspirierte die Mitglieder mit einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion. Die Dinner Speech im Lenbachpalais in München hielt Staatsministerin Christine Haderthauer, MdL.

„Lernen von den Besten“ – seit jeher stellt der VZB seine Jahrestagung unter diese Devise. Rund 130 Verleger, Mitglieder und geladene Gäste trafen sich dazu am 20. März 2014 im Lenbachpalais in München. Ein Höhepunkt der Jahrestagung war die hochkarätig besetzte Podiumsrunde zum Thema „Erfolgreiche Business-Modelle und zukunftsorientierte Strategien für Verlage“. Die Protagonisten: Kai Diekmann (BILD-Chefredakteur und Gesamtherausgeber der BILD-Gruppe), Boris Schramm (Managing Director Mediaagentur GroupM), Godo Kraemer (Director Group Marketing Parfümerie Douglas), Katja Wunderlich (ARD/BR-Moderatorin) und Stefan Rühling (Vorsitzender der Geschäftsführung der Vogel Business Media).

PodiumsdiskussionDer Weg in eine erfolgreiche Zukunft der Verlage ist für Kai Diekmann klar gezeichnet und das Zusammenspiel von Print und Internet eindeutig definiert: „Wir müssen das eine tun, ohne das andere zu lassen“, so der Bild-Chef. „Die Digitalisierung hat die Grundlagen komplett verändert, die Verlagsbranche muss ihr komplettes Geschäft hinterfragen und neu aufstellen. Es gilt, alle Kanäle mit relevanten Inhalten zu bespielen“, bestätigt auch Boris Schramm, Managing Director der GroupM.

Neue Technologien verändern nicht nur die Mediennutzung, sondern auch Lebensweisen weiterhin schneller, als wir uns dies vorstellen könnten. So wenig wie das Flugzeug die Eisenbahn verdrängt hat, so wenig wird laut Diekmann das Internet klassische Printmedien verdrängen – sehr wohl aber den Markt massiv verändern. Diekmann ist überzeugt, dass Print erfolgreich bleibt, „aber nur, wenn wir auch auf den alten Oberflächen innovativ sind.“

Stefan Rühling, Vorsitzender der Geschäftsführung der Vogel Business Media und stellvertretend für die Fachpresse auf dem Podium, ist ebenfalls auf allen Kanälen erfolgreich aufgestellt: „Die zentrale Aufgabe eines Fachverlags ist es, die Leser und Nutzer zu informieren und ihnen Orientierung zu geben. Die Optionen in der Verbreitung haben sich verändert und darauf müssen sich die Verlage einstellen. Dies tun wir über Print, Digital sowie Veranstaltungen und treiben die crossmediale Vernetzung der Communities voran“, so Rühling. Auch für ihn sind Qualität und Relevanz der Inhalte die zentralen Erfolgsfaktoren einer modernen Medienmarke. „Die Redakteure werden dabei selbst zur Marke und bieten dem Leser Orientierung“, so Rühling.

Wie stark und vital Print ist, erläuterte Boris Schramm eindrucksvoll. In der GroupM, Deutschlands größtem Medianetwork, entfällt laut dem Mediaexperten ein relevanter Teil des Werbevolumens nach wie vor auf Print. Weiter räumen Researchergebnisse mit der Mär der Leserflucht auf: „Die Migration von Print zu Online findet zu manchen Themen statt, in vielen Titelsegmenten ist sie jedoch wiederum komplett ausgeblieben“, so Schramm. Allerdings: „Print muss nachweisen, was ein Werbekontakt bewirkt und nicht nur, dass es ihn gibt“, appelliert Schramm auf der VZB-Tagung an die Branche.

„Eine zukunftsweisende Balance zwischen Print und Online zu finden“, ist auch die Devise von Godo Kraemer, Director Group Marketing bei Douglas, Europas größter Parfümerie. Das Internet hat auch den Handel mächtig gewandelt. Entsprechend fährt Douglas auch in der Werbung unterschiedliche Strategien. Je nach Zielgruppe wird klassisch in Print oder auf den Social Media-Kanälen kommuniziert. „Man sieht die Dualität und die Ambivalenz. Darauf müssen wir uns einstellen“, bilanziert der Marketing-Profi.

Weiteres Thema des von Peter „Bulo“ Böhling und Daniel Häuser, Herausgeber des Branchenmagazins Clap, moderierten Talks war die Mediennutzung: „Zeitschriftenlesen ist für mich Entspannung und Inspiration. Dazu möchte ich haptisch blättern und nicht auf einem Tablet ‚wischen‘“, bekennt ARD- und BR-Moderatorin Katja Wunderlich. Dies deckt sich mit den Beobachtungen von Kraemer: „Frauen werden beim Lesen inspiriert und dann erst käuflich tätig.“

Ein weiterer Höhepunkt der Tagung war die Dinner Speech von Staatsministerin Christine Haderthauer, MdL: „Bayern ist ein wichtiger Print- und Medienstandort mit einer großen Vielfalt.“ Entsprechend sei Medienpolitik zusätzlich zu den Ressortverantwortlichkeiten im Freistaat immer auch ‚Chefsache‘. Die Staatsministerin konstatiert: „Die Medien sind einem starken Wandel unterworfen und befinden sich durch die demografische Entwicklung, die Digitalisierung und auch durch die Globalisierung im Umbruch. Vor allem die Qualität der Medien und der Inhalte wird in diesem starken Wettbewerb immer wichtiger.“

Fazit der Jahrestagung: Die Verlage müssen sich nicht verstecken – ganz im Gegenteil. „Die Basis des Erfolgs liegt in der Kernkompetenz der Zeitschriften: In hervorragenden und einzigartigen Inhalten, denn Inhalte schaffen Haltung und Relevanz – und sorgen für entsprechend gute Leistungswerte in allen Bereichen“, fasst Waltraut von Mengden, Erste Vorsitzende des
VZB, zusammen. Dies sei eine ideale Ausgangsposition, um die Transformation der Medienbranche als Leader zu forcieren, aus Zeitschriftentiteln multimediale Brands zu machen, und die „Magie von Print“ nicht nur weiter zu inszenieren, sondern auch ausstrahlen zu lassen. „Den Verlagen ist es gelungen, die Relevanz der Printtitel auch in der digitalen Medienwelt zu etablieren und daraus erfolgreiche Businessmodelle zu entwickeln“, so das Schlusswort von Mengden.

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