VZB-Mittagstalk am 31. März 2022

VZB-Mittagstalk „HR NOW – die besten Tipps für gelungenes Personalrecruiting und erfolgreiche Mitarbeiterbindung“

Die Transformation des Arbeitsmarktes und erfolgreiche HR-Strategien standen im Fokus des lebendigen VZB-Mittagstalks, der am 31. März 2022 unter dem Motto „HR NOW – die besten Tipps für gelungenes Personalrecruiting und erfolgreiche Mitarbeiterbindung“ stattfand. Die Initialzündung gab Thomas Wendt, HRD Germany & DACH dentsu, der mit seinem Vortrag leidenschaftlich dafür eintrat, Personalfragen mit deutlich größerem Engagement anzugehen. Die fünf folgenden Sprintvorträge zu Best Cases in den Unternehmen entfachten einen inspirierenden Austausch darüber, was eine erfolgreiche Personalstrategie heute ausmacht.

München 1. April 2022. „Das Thema Personalrecruiting und -entwicklung ist längst Chefsache geworden: Durch demografische Entwicklungen und den Fachkräftemangel hat sich die Zeit, eine offene Stelle zu besetzen, in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. Die richtigen Mitarbeiter zu finden, Talente zu fördern und bei sich zu behalten, ist damit zu einer zentralen Herausforderung geworden, um Unternehmen zukunftssicher aufzustellen.“ Mit diesen Worten begrüßte
Anina Veigel, Geschäftsführerin MVFP Bayern (ehemals VZB), die zahlreichen Gäste des spannenden VZB-Mittagstalks, durch den sie gemeinsam mit der stellvertretenden Vorsitzenden des Verbandes, Sylvia Schönfelder, führte. Als Director Human Resources WEKA Business Communication ist Sylvia Schönfelder vom Fach und zitierte auf dem Mittagstalk aus dem lesenswerten LinkedIn-Report „Talent Trends 2022“: Neben flexiblen Arbeitszeitmodellen spielen für die Mitarbeitenden insbesondere Programme, die das persönliche Wohlbefinden der Menschen im Unternehmen fördern, eine zentrale Rolle.

Den Eröffnungsvortrag unter dem Titel „Mehr Leidenschaft, bitte! Warum sich Verlage bei Personalfragen reinhängen müssen!“ hielt Thomas Wendt, HRD Germany & DACH dentsu. Im Kampf um die besten Talente rät er Unternehmen, bei flexiblen Arbeitszeitmodellen und technischem Equipment up-to-date zu sein und Stellen möglichst divers zu besetzen. Bei der jungen Generation können und müssen Verlage mit „Purpose“ punkten. Der klassische Firmenwagen hat ausgedient, dafür spielen der Auftritt des Unternehmens und ein vielfältiges Angebot für die Beschäftigten eine zentrale Rolle, die besten Kandidaten zu gewinnen. Darüber hinaus plädiert er dafür, bei der Suche die Perspektive zu erweitern und Menschen aus anderen Branchen aktiv anzusprechen. Eine erweiterte Perspektive kann aber auch bedeuten, Kandidaten einen Job anzubieten, die aufgrund der formalen Qualifikation zunächst nicht ins Profil passen, sich jedoch entwickeln können. Und auch Kooperationen mit anderen Unternehmen und der damit verbundene Erfahrungsaustausch können helfen, die Besten für das eigene Unternehmen zu gewinnen.

Nach dieser Initialzündung wurde den Teilnehmenden in Sprintvorträgen ein Feuerwerk an Best Cases geboten. Den Start machte Myriam Karsch, Co-Gründerin und Geschäftsführerin Kouneli Media. Sie kennt das Thema „Recruiting“ bestens, denn seit Gründung des Unternehmens 2019 hat sie die Zahl der Mitarbeitenden in ihrem Unternehmen verdoppelt. Hilfreich dabei sind sicher auch die starken Marken „Playboy“ und „Sports Illustrated“, die die Kandidaten anziehen und dem Unternehmen auch Initiativbewerbungen bescheren. Gleichzeitig ist es für die Verlegerin bei einer Stellenbesetzung entscheidend, dass es auf der persönlichen Ebene stimmt. Dadurch lassen sich flache Hierarchien und ein starkes Mitbestimmungsrecht der Mitarbeitenden realisieren. Effekt ist ein starker Teamgeist, der Berge versetzen kann getreu dem Motto „Teamwork makes the dream work!“.

Weiter ging es mit einem Vortrag von Doris Beckmann, Geschäftsführerin HRtbeat (einem Unternehmen der Vogel Communications Group), die hervorhob, dass es bis 2035 ca. 7-15% weniger Erwerbstätige in Deutschland gibt und sich dadurch der Markt von Angebot und Nachfrage umdreht. Unter dem Titel „Wer bewirbt sich in Zukunft bei wem?“ plädierte sie dafür, beim Recruiting das gewohnte Mindset zu verlassen und kundenzentrierte Prozesse, wie diese im Marketing und Sales schon lange Usus sind, im HR-Bereich einzuführen. Nur so könnten aktiv, aber auch latent passiv Suchende erreicht und für das eigene Unternehmen begeistert werden.

Mitreißend warb Hartmut Ulrich, Geschäftsführer BVA BikeMedia, dafür, im Unternehmen eine Vertrauens-, statt einer Kontrollkultur zu etablieren, nur so ließe sich ein funktionierender Mix aus Home Office und Büropräsenz realisieren. Im Sinne des Mottos „Jedes Unternehmen bekommt die Mitarbeiter, die es verdient“, begeistert er seine Mitarbeitende, die Fahrradmedien publizieren, mit einem vielschichtigen Fahrradangebot: Selbstverständlich kommen viele mit dem Fahrrad zur Arbeit und können dies durch Duschen, Handtücher und einen Wäscheservice im Büro gut mit dem Job vereinbaren. Für Unternehmen sieht er als wesentliche Aufgabe, das Miteinander zu organisieren und offene Möglichkeitsräume für die Teams zu schaffen.

Im Anschluss berichtete Gudrun Kreutner, Mitglied der Geschäftsleitung im Wort & Bild Verlag, eindrucksvoll über das Gesundheitsprogramm des Verlags für seine Mitarbeiter, für das das Unternehmen auch den Corporate Health Award bekommen hat. Im Zentrum stehen die physische und psychische Gesundheit der Mitarbeitenden, welche u.a. durch ein vielfältiges Sport- und Bewegungsangebot unterstützt wird. Dies geht bis zu Online-Yogakursen für die Kinder der Mitarbeitenden. Für die mentale Gesundheit sorgt das sogenannte „Kraft-Raum“-Programm, welches Videoimpulse, Websessions und auch Einzel-Coachings bietet. Einen starken Zusammenhalt der Menschen im Unternehmen erzeugt auch das gemeinsame Engagement für die Ukraine: In den Büroräumen wurden 24 Geflüchtete aufgenommen und die Mitarbeitenden des Verlags können sich hier persönlich einsetzen, betreuen und unterstützen.

Last but not least plädierte Dr. Robert Arsenschek, Direktor der Akademie der Bayerischen Presse, in seinem Vortrag „Upskill your team: Fit für die digitale Zukunft!“ dafür, Mitarbeitende für permanentes Lernen zu begeistern und sie zu ermutigen, neue Fähigkeiten zu erwerben. Mit „Your workforce is more adaptable than you think“ zitierte er einen Beitrag aus der Harvard Business Review auf und riet dazu, nicht nur digitale Fähigkeiten, sondern auch die sogenannten „Soft Skills“ – passender subsumierbar als „Power Skills“ –zu trainieren. Mehr denn je sollten Mitarbeitende wie Kunden behandelt, ins Zentrum gestellt und individuell gefördert werden.

„Herzlichen Dank an alle Rednerinnen und Redner für diese spannenden Einblicke und die flammenden Plädoyers für erfolgreiches Personalrecuiting und Mitarbeiterbindung. Wir haben heute viele unterschiedliche Herangehensweisen kennengelernt – diese kann jedes Unternehmen mit Blick auf die eigene Unternehmens-DNA für individuelle Zukunftsstrategien nutzen. Entscheidend ist es, seine Mitarbeitenden für das Unternehmen zu begeistern und sie individuell weiterzuentwickeln. Dies war ein großartiger Auftakt für eine mögliche Fortsetzung von HR NOW“, so Sylvia Schönfelder.

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